Das Mittagessen ist in der Regel die Hauptmahlzeit, die gegen 12 Uhr eingenommen wird. Ein üppiges Abendessen wird gegen 20 Uhr serviert. Die typische Suppe „sopa paraguaya“ – wird immer mit Messer und Gabel gegessen.
Eigentlich isst der Paraguayer viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt. Oft steht man morgens zu spät auf, trinkt zu Hause nur einen schnellen Kaffee. Im Büro angekommen, werden „gaetitas“ (Plätzchen) gefuttert. Gegen 9 Uhr ist Empanada-Zeit – dafür geht man schnell hinunter auf die Straße. Am Nachmittag gibt es dann noch eine „mirienda“ – eine Zwischenmahlzeit, damit man die Zeit bis zum Abendessen überstehen kann.
Getrunken wird überwiegend Bier, aber auch Whisky, Cana (einheimischer Zuckerrohrschnaps) und Wein. Mittags trinkt man meist Wasser, Cola oder Bier. Am besten sind die argentinischen und chilenischen Weine, die paraguayischen und brasilianischen Weine erfreuen sich nicht so großer Beliebtheit.
Im Restaurant wird man „gesetzt“. Nach dem Nachtisch und dem Kaffee serviert der Mozo (der Ober) die Rechnung auf einem kleinen Tablett. Den Ober ruft man, indem man leicht mit der Hand winkt und „Señor“ oder „Mozo“ sagt. Im Restaurant und dem Taxifahrer gibt man Trinkgeld.
Aus der Art der Einladung geht eigentlich immer hervor, wer bezahlt. Gegeneinladungen sind üblich und werden auch ausgesprochen. Es geht hier ziemlich formlos zu, was die Sitzordnung betrifft. Bei offiziellen Essen sitzen die Ranghöchsten am dichtesten beim Gastgeber. Rauchen ist überall erlaubt, aber natürlich sollte man sich ein wenig an seinem Umfeld orientieren. Viele Veranstaltungen finden sowieso im Freien statt und da ist Rauchen erst recht kein Problem.
Birgit Rupprecht-Stroell: "Stil und Etikette - Handbuch Paraguay"
ISBN 978-3-937887-96-8
8,00 Euro, 24 Seiten, DIN A4
Verlag
interna, Auguststr. 1, 53229 Bonn