Werden Sie in Kolumbien in ein Privathaus eingeladen – womit Sie durchaus rechnen sollten – , dürfen Sie keinesfalls durch die Räume spazieren. Setzen Sie sich nur dann, wenn Ihnen Ihr Platz zugewiesen wird und starten Sie auch keinen Versuch, der Hausfrau zu helfen. Selbst in der Mittelschicht hat fast jeder Personal, das in der Küche hilft. Gehen Sie auch nicht in die Küche!
Sie sollten bei der Einladung eine Gegeneinladung aussprechen. Als Gastgeschenk eignet sich ein hochwertiger Whisky oder Brandy, auch Wodka. Blumen – keine gelben und in ungerader Zahl – überreicht man ohne Papier. Rosen gibt es hier überall; sie sind also eher Alltagsblumen. Besser kommen „exotische Blumen“ an. Schenken Sie Rosen, dann bitte keine roten – diese Farbe bleibt dem Herzallerliebsten vorbehalten. Am nächsten Tag sollten Sie sich unbedingt bedanken. Am besten rufen Sie an, denn die Kolumbianer reden gern. Aber es kann auch ein handschriftliches Dankschreiben sein – in diesem Fall schicken Sie es lieber per Boten als mit der Post.
Geschenke für Frauen von Männern sollten immer als Geschenk der Ehefrau deklariert werden. Bei Geschenken für verheiratete Frauen muss Mann vorsichtig sein – neutrale Geschenke, wie ein guter Wein oder exzellente Pralinen, sind unverfänglich.
Parfüm schenkt man nur bei einer sehr engen, persönlichen Beziehung. Im Geschäftsleben sind Geschenke üblich. Mit einem guten Scotch oder Wodka können Sie nichts falsch machen.
Birgit Rupprecht-Stroell: "Stil und Etikette - Handbuch Kolumbien"
ISBN 978-3-937887-95-1
8,00 Euro, 24 Seiten, DIN A4
Verlag
interna, Auguststr. 1, 53229 Bonn