Ob Sie in Eigenregie bauen wollen oder durch einen Bauträger bauen lassen: Ein Grundstück brauchen Sie, so oder so. Woher nehmen? Auch in Frankreich ist Bauland rar und manchmal teuer, sehr, sehr teuer oder auch einfach unerschwinglich - für den normalen Geldbeutel.
Land gibt es genügend
Ach ja: Monaco gehört (noch) nicht zu Frankreich!
Ehemals doppelt so groß wie die alte BRD, verfügt Frankreich über sehr
viel Land. Das ist ihnen mit Sicherheit sofort aufgefallen, wenn Sie
schon mal rechts und links der französischen Autobahnen gefahren sind.
Land so weit das Auge reicht - manchmal unterbrochen durch riesige Agrarflächen
und Weinanbaugebiete, Gebirge und Gebirgszüge - aber auch begrenzt durch
Mittelmeer, Atlantik und Kanal. Und trotzdem, in allen Regionen finden
sich Bauplätze. Vergessen Sie die Enge von Deutschland! Ein Bauplatz
ist in Frankreich kein Bauplatz, wenn er nicht mindestens 1.000 m2 groß
(klein?) ist.
Zersiedelung wird erst nach und nach ein Thema in Frankreich. Sie können in bestimmten Gegenden immer noch ein Haus mitten im Pinienwald bauen - weitab von jeder Zivilisation. Je größer, desto lieber, das Schwimmbad oder die Cuisine d'été beanspruchen schon ihren Platz.
Achtung: In manchen Kommunen gibt es Mindestgrößen für Bauplätze! Das sprengt schnell das Budget. Diese Vorgabe von Mindestgrößen ist seit kurzer Zeit per Gesetz (SRU) verboten. Allerdings erst dann, wenn die alten Bebauungspläne durch die noch neu aufzustellenden ersetzt sind.
Sprachkenntnisse sind gefragt
Wie also finden Sie Ihr Grundstück? Sie haben Ihre Provinz, Ihr Département, Ihr Village gefunden? Halten Sie Ausschau nach Schildern mit der Aufschrift A VENDRE. Meistens steht eine Telefonnummer dabei - jetzt sind Ihre Sprachkenntnisse gefragt! Beim Flanieren entdecken Sie immer wieder das Büro eines Agent Immobilier oder einer Agence Immobilière. Ob die, z.B. im bretonischen Kerity, Deutsch sprechen? Seien Sie sicher: Verkaufen beherrschen sie auch ohne deutsche Sprachkenntnisse.
Und nicht vergessen: Deutsche Immobilienmakler, vom Profi bis zum Freizeitmakler, finden Sie in Hülle und Fülle in allen Regionen Frankreichs. Der eine bietet nur Mühlen an, der andere Châteaux und wieder ein anderer verfallene Bauernhöfe in noch verlasseneren Dörfern.
Alle wollen nur Ihr "Bestes" - Ihr Geld. Aber vielleicht kennt sich der deutsche Makler, der selbst schon viele Jahre in Frankreich lebt, besonders gut am Markt aus. Finden Sie es heraus und denken Sie immer daran: Ein Makler will verkaufen, ausschließlich verkaufen! Er ist in den seltensten Fälle Ihr persönlicher und unabhängiger Berater.
Weitere Quellen für die Suche
Weitere Quellen stehen Ihnen über die Immobilienanzeigen der großen
deutschen Tageszeitungen zur Verfügung. Auch hier wer- den Grundstücke
und Häuser in allen Regionen Frankreichs angeboten. Sehr französisch
und sehr umfangreich sind die beiden großen Immobilienzeitschriften
L'IMMOBILIER EN FRANCE (www. lesiteimmobilier.com) und LE JOURNAL DES
PARTICULIERS (www.journaldesparticuliers.com). Erstere enthält Grundstücke
und Immobilien in ganz Frankreich, die von Maklern angeboten werden.
Die zweite Zeitschrift dagegen enthält ausschließlich Angebote von Privatpersonen.
Hier sind die Preise häufig überhöht, da Privatpersonen Ihre Immobilie
oft überschätzen: "Eigener Herd ist Goldes Wert."
Eine weitere Quelle sind die auch inzwischen in Frankreich beliebten
Wochenzeitungen. Hier finden Sie natürlich sehr stark regionalisierte
Angebote.
Diese französischen Publikationen helfen Ihnen jedoch nur bei guten bis sehr guten Kenntnissen der französischen Sprache weiter. Die Anzeigen wimmeln nur so von Abkürzungen. Franzosen sind übrigens vernarrt in Abkürzungen - eine Katastrophe!
Klaus Gebel: Immobilienerwerb in Frankreich
SBN 978-3-934662-83-4
128 Seiten, 28,00 Euro
Verlag
interna, Auguststr. 1, 53229 Bonn